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"runo" bezeichnet schon im 3. Jahrhundert die germanischen Schriftzeichen, welche u.a. in Buchenstäbe (-> Buchstabe) geritzt wurden. In Raunen (flüstern) ist es noch überliefert. Ob die Bedeutung sich aus *run- Einritzung oder Geheimnis ableitet ist noch nicht geklärt - vielleicht hängen beide Herleitungen zusammen.

Die älteste überlieferte Runenreihe - nach den ersten sechs Buchstaben fuþark genannt - bestand aus 24 in drei Abschnitte eingeteilte Zeichen. Anfangs nur bei nordseegermanischen Stämmen, ab dem 5. Jahrhundert auch bei den Westgermanen in Gebrauch, wurden bislang etwa 350 Inschriften in dieser Runenreihe entdeckt. Alle jüngeren Runenreihen ab etwa 700 leiten sich von ihr ab.


" Zur hervorstechenden Kunst der Völkerwanderungszeit gehören die beiden figural verzierten goldenen Trinkhörner von Gallehus, Nordschleswig/Dänemark, die leider im Jahre 1802 gestohlen und eingeschmolzen wurden und nur noch nach alten Umzeichnungen beurteilt werden können. Die Runeninschrift des einen Horns weist auf einen Hlewagast als Stifter oder Hersteller hin. Wann immer man die beiden Hörner datiert, ob um 400 oder etwas später, sie haben ikonographische Besonderheiten, welche man sonst nicht findet, zum Beispiel einen Kentauren oder einen dreiköpfigen Mann als Anregung aus dem Süden oder merkwürdige Kampfszenen von Kriegern in Vorderansicht. Die Motive konzentrieren sich auf Krieger, phantastische Tiere und Mischwesen. Außerdem sind die vielen Sterne auffällig - man wir sie als Astralsymbole und nicht als Blütenrosetten ansehen dürfen. Die Hörner von Gallehus präsentieren ein Pandämonium von Kriegern, Tieren, Seewesen und Fabelwesen. Wenn wir das Textbuch zu diesen Friesen besäßen, wären wir auf dem Gebiet der voreddazeitlichen Mythologie der Nordgermanen einen großen Schritt weiter." [1]


*rona - raunen