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Schönenborn

Die Lage des Kirchspiels Schönenborn

„Ich kündige von den göttlichen Dingen, wenn ich geläutet werde, ich Katerina 1394" lautet übersetzt die Glockeninschrift der vor fast 500 Jahren untergegangenen Kirche auf der Feldmark des heutigen Schürensöhlen. „Der seligen Katerina“ stiften im Jahre 1296 die Grafen Johann und Adolf eine Kirche in dem neu angelegten Dorf Schönenborn an einer Quelle gleichen Namens. Sie liegt an einem Wege von Lübeck nach Hamburg und wird für ein gutes Jahrhundert Mittelpunkt der damaligen Dörfer Westerowe (Westerau), Woluenowe (Wulmenau), Rykenhagen (Teil des heutigen Groß Boden), Wendesche Tralau (beim Tralauer Holz) und des Kirchdorfs Sconeborn selbst.
Bis heute hat sich in Schürensöhlen die Überlieferung gehalten, daß "dort alles durch eine Krankheit umgekommen sei".

Einen Gottedienst auf Ruinen feierte Pastor Uwe Baumgarten im Sommer 2002 und legte damit den Grundstein für unsere Forschung. Ihm sei an dieser Stelle herzlich in der Hoffnung gedankt, daß unsere Antworten seinen damals schon gestellten Fragen genügen.


Die Grenze zwischen Lauenburg und Holstein

Die Grenze kreuzte im 12. Jahrhundert dei Stecknitz, folgte der Scheide zwischen Ober-Büssau und Kronsforde bis an den Quadenbek und lief mit ihm abwärts in die Grinau und diese dann hinauf.
Nach heutigem Sprachgebrauch entsteht die Grinau unmittelbar nordwestlich des gleichnamigen Dorfes aus der Vereinigung der vom Gute Bliestorf kommenden Wümmelke oder Webbelke mit der von Trenthorst kommenden Reepse, die vorher den Scheidebek aufgenommen hat. Noch im 18. jahrhundert wurde auch dieser Scheidebek Grinau genannt; er ist als der eigentliche Oberlauf dieses Baches anzusehen, der fast unmittelbar von seiner Quelle zwischen Siebenbäumen und Ahrensfelde bis zur Einmündung des Quadenbek bei Rothenhausen vom 12. Jahrhundert bis heute die Grenze zwischen Lauenburg und Holstein gebildet hat - mit einer Abweichung...
...weiter bildet due Bernize die Grenze. Der heute Barnitz genannte Bach entspringt auf der Feldmark Eichede, fließt durch das Dorf Stubben und ist dann etwa 2 km weit die Scheide des Stubbener und Groß Bodener Feldes gegen Stormarn. Mit größerer Wahrscheinlichkeit ist ein Kobek genannter Bach als Oberlauf der alten Bernize anzusehen; er entspringt bei Mühlenbrook, bildet die Ostgrenze der Gemarkung Stubben und mündet bei Brennerkathen in die heutige Barnitz. Auf diese Weise würden Schürensöhlen, Groß Boden und Stubben außerhalb der Grenze bleiben, müßten also zu Stormarn gehört haben.
Tatsächlich sind Schürensöhlen und Groß Boden Katensiedlungen des frühen 17. Jahrhunderts auf dem Felde der untergegangenen stormarischen, zum Bistum Lübeck gehörigen Dörfer Schönborn und Riekenhagen, die vor 1391 in den Besitz lauenburgischer Adliger gekommen waren und von diesen 1408 an Herzog Erich IV. von Lauenburg verkauft wurden; wohl schon damals, jedenfalls aber zwischen 1420 und 1439, lagen sie wüst. Auch Stubben war ursprünglich holsteinisch, bei seiner ersten Erwähnung im Jahre 1402 lag es in dem zum Lübecker Sprengel gehörenden Kirchspiel Eichede, stand jedoch schon damals unter der Grundherrschaft lauenburgischer Adliger, die das DOrf 1408 an ihren Herzog abtraten.
[Aus Prange: Siedlungsgeschichte des Landes Lauenburg im Mittelalter, S. 16ff]

Keine drei Kilometer Luftlinie von der Siebenbäumer Kirche entfernt, entsteht Sconeborn/Schönenborn fast in der Mitte des Weges zwischen den Kirchen Eichedes und Wesenbergs an einer Wegeverbindung zwischen Lübeck und Hamburg. Die erste Siebenbäumer Marienkirche entstammt ebenfalls dem Ende des 13. Jahrhunderts, die Nachfolgebauten und das Kirchspiel existieren jedoch noch heute. Warum gibt es das Nachbarkirchspiel nicht mehr?

Das Kirchspiel Schönborn

Urkunde 1296

1296 stiften die Grafen Adolf V. und Johann II. eine Kirche in Schönenborn. 1314 werden Kirchspiel und Kirche in der Urkunde zur Landesteilung erwähnt [11]. 1345 gibt das Hamburger Domkapitel seine Einkünfte in Schönenborn tauschweise an Hinrich von Wedel. 1391 verkaufen Gottschalk, Make und Make von (T)Züle sowie Juries, Vicke und Ludeleff Marschalk Hof und Dorf Schönenborn an das Lübecker Domkapitel; dieses gibt das Gut an Herding Schack weiter, von dem es Herzog Erich IV. 1409 einlöst, nachdem er 1408 die Rechte Gottschalks, Wedeges und Volrads von Zülen daran erworben hat. 1449 verzichten Volrad und Wedege von Züle auf deshalb erhobene Ansprüche. Im Zehntregister des Lübecker Bischofs Johann VII. (1420-1439) wird Schönborn als wüst bezeichnet. Seine Kirche bestand als Kapelle noch 1472, im Jahr zuvor hatte Herzog Johann IV. eine Rente aus den Dörfern und Gütern Steinhorst, Stubben, Schiphorst und Schönenborn verkauft.[1]

Kirchengelände im Schnee

Lage: Auf der Feldmark des im 16. Jahrhundert entstandenen Schürensöhlen. Auf der Flur "Auf dem Kirchhof" sollen Fundamente eines (Kirch-) Turms und nahe dabei ein (Kirchen-) Schlüssel gefunden worden sein. - Totale Flurwüstung. [2]

1391 werden Hof und Dorf in den SHRU 6, 935 erwähnt.[8]

Spaziergang 2010

Hier kann die Karte zum"Historischen Spaziergang 2010" [901 KB] heruntergeladen werden!

  Verkoppelunsgkarte Schürensöhlen von 1775. Der besseren Lesbarkeit wegen ist keine Einnordung erfolgt.

Signatur: LASH Abt. 402 A 5 Steinhorst Nr. 10. Genehmigung zur Veröffentlichung vomLASH erteilt am 03.03.2010 für 5 Jahre.


Nur noch Wallfahrtskapelle...

Als einziges Kirchspiel außerhalb der Marschen ging Schonenborne ein. 1472 gab es anstelle der Pfarrkirche nur noch eine Kapelle ( to der Capelle tom Schoneborn). Wahrscheinlich lag die Heiligkeit des Ortes in einer Heilquelle begründet, die sich im Ortsnamen niederschlug. In seinem Testament von 1504 bestimmte Hermen Sasse, Bürger zu Burg auf Fehmarn, daß ene reysze to der Wilsnacke unde ene reyse to dem Schonen Borne unternommen werden soll. Zur Förderung der Wallfahrten nach Schonenborne strebten am 13. Juli 1472 der Lübecker Bischoff Albert Krummendiek und der Lauenburger Herzog Johann IV. bei der römischen Kurie die Erwerbung eines Ablaßprivilegs an (to verwende romesch afflad to der Capellen tome Schoneborne). Die Kapelle bestand 1592 nicht mehr. [3]

to dem sconenborne