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Rykenhaghen - die Keimzelle Groß-Bodens

Wassermühle Groß-Boden


Die vorgeschichtliche Sammlung aus der Schule ist NICHT ins Heimatmuseum Oldesloe verbracht worden. Bei der Suche 2010 ist im kompletten Bestand leider kein einziges Stück mit der Herkunft Groß-Boden aufgetaucht!

Der Ortsname

Groß Boden, Lbg (Amt Sandesneben) Dorf, nd. Groot 'Bauden - 1629 (LAS, Abt. 234, 26, Reg.) Bodener, Mejer 1649; (Losenboden (lies: * Grosenboden), 1855 (Schröder-Biernatzky, Top. I, S.229) Groß-Boden - "Zu den Buden" zu nd. Bood (vgl. Lv.239). [1]

+Riekenhagen Lbg (b. Groß u. Klein Boden, Amt Sandesneben) Dorf u. Hof - 1310 (SHUR III, 217) in villa Rykenhaghen, 1391 (Sudendorf IX, 77 Anm. 5) to deme Rykenshaghene, 1408 (LAS, Urk.-Abt. 2010,209) Rykenhagen, Lüb. Zehntreg. 1433: Rikenhaghen - Siehe +Riekenbek.
(Riekenbek: zum (wasser)reichen Bach oder auch zum Personennamen Riko, Rike) [2]

Hans Funck nennt für 1314 einen Johann von Rike als Zeuge einer Beurkundung der beiden Dörfer Schönenborn und Rikenhagen [15] - ein deutlicher Hinweis auf die Benennung des Dorfes nach dem zumindest zeitweiligen Besitzer.

1310 vertauscht Graf Gerhard II. von Holstein dem Marquard Katteskruch das Erbrecht dreier Hufen im Dorf Riekenhagen. 1391 verkaufen Gottschalk, Make und Make von Züle sowie Juries, Vicke und Ludeleff Marschalk Hof und Dorf Riekenhagen an das Lübecker Domkapitel; dieses gibt das Gut an Herding Schack weiter, von dem es Herzog Erich IV. 1409 einlöst, nachdem Gottschalks, Wedeges und Volrads von Zülenihm 1408 ihre Rechte daran verkauft haben. 1449 verzichten Volrad und Wedege von Züle auf deshalb erhobene Ansprüche. Im Zehntregister des Lübecker Bischofs Johann VII. (1420-1439) wird Riekenhagen als wüst bezeichnet.
Lage: Auf den Feldmarken der im 17. Jahrhundert entstandenen Dörfer Boden und Groß Boden, am Nordufer des jetzt trocken liegenden Teiches. - Totale Flurwüstung. [3]
Boden wird als eigenes Dorf erstmals 1649 erwähnt. [4]

Im 13. und 14. Jahrhundert werden für Rykenhaghen folgende adelige und niederadelige Besitzer genannt: [5]
- Familie von Tzülen
- Familie Witte
- Familie Marschalk

1391 werden Hof und Dorf in den SHRU 6, 935 erwähnt. Prof. Reichstein weist auf einen Turmhügel in Groß Boden hin. [13]

In einer Vereinbarung von 1567 kommen "200 Eichen ufm Riekenhagen" vor. [14]

1855

Boden, Groß-, zerstreut liegendes Dorf an der Holsteinischen Grenze, 3 1/4 M. nordwestlich von Ratzeburg, A. Steinhorst, Ksp. Siebenbäumen; enthält 8 Halbh., 3 Großkathen, 3 Kleinkathen und 4 Anbauernstellen. Eine Kathe heißt Brennerkathen; auch gehört zum Dorfe noch die herrschaftliche Wind- und Wassermühle Kuhbek mit einer Branntweinbrennerei. - Schule gemeinschaftlich mit Schierensöhlen. - Wirtshaus. - Vz.: 237, worunter 1 Schmide und 1 Schlachter. Bei Boden wird Brückengeld erhoben. - Ar.: 873 Mg. Der Boden ist sehr schwer und fruchtbar. Innerhalb der Feldmark liegt der zum Vorwerk Steinhorst gehörende hersch. Fischteich Duvensee, 91 Morg. groß, durch welchen der Bodenen Mühlenbach fließt. in der Nähe des Rikenhagener-Teiches, wo man noch auf Spuren alter Gebäude stößt, lag vormals das Dorf Rikenhagen (Rekenhagen). - Bei Boden fand am 4. Decbr. 1813 ein nicht unblutiges Gefecht statt, in welchem das Dörnbergsche Corps durch einen kühnen Angriff der Fühnschen Dragoner zurückgeschlagen ward. [6]

1908

Vorschau VK Groß-Boden

Groß-Boden, Steinhorster Boden, Landgem. im Amtsbezirk Steinhorst,22 km nw. von Ratzeburg, unmittelbar an der Grenze des Kr. Stormarn, 3 km s. der Chaussee Ratzeburg-Oldesloe. O. Steinhorst, ESt. Treuholz, Ksp. Siebenäumen. Areal 269ha, davon Acker 237 ha, Wiesen 7 ha, Hölzung 3 ha, Reinertrag 7627 M, durchschnittlich vom ha Acker 30,21 M R., Wiesen 44,76 M, Hölzung 15,87 M. 34 Wohng., 173 Ew. 33 Pf., 125 R.
Gemeindevorsteher: Halbhufner J. Wilhöft.
Das Dorf liegt zerstreut unmittelbar an der Grenze, gegenüber im Kr. Stormarn liegt Kl.-Boden. In der Gemarkung liegt der 23 ha Duventeich (dem Kreise zugehörig), durch welchen der Bodener Mühlenbach fließt und in die Barnitz mündet. Im S. zwischen Boden und Stubben fließt der Kuhbach (Brücke), an welchem Wassermühle sowie Windmühle liegen; sie wurden vor 20 Jahren vom Kr. Lauenburg verkauft. 1 km w. fließt die Barnitz. in der Nähe des Rikenhagener Teiches, wo man noch auf Spuren alter Gebäude stößt, lag vormal sdas Dorf Rikenhagen. Im SO. u. O. grenzt die Gemarkung an das Forstrevier Steinhorst. Die Halbhufner sind Wilhöft, Nehls, Ww. Stapelfeld (Gastwirtschaft), Bohnsack, Niemeyer, Röhrs, Brügmann (Großkätner), Mohr (Viertelhufner). 1 Kleinkätner, 5 Anbauern mit Land und 9 Neuanbauer. 1 Armenhaus. Meierei, 2 Gastwirtschaften, Schmiede, 6 Handwerker. Einklassige Schule liegt zwischen Gr.- und Kl.-Boden und Schierensöhlen. Ausgebaut Brennerkate 1/2 km s. vom Dorf, Gastwirtschaft, Bes. Bohnsack, ist früher Großkätnerstelle und Brannweinbrennerei gewesen. - in Boden fand am 4. Dezember 1813 ein Gefecht statt, in welchem das Dörnberg'sche Korps druch kühnen Angriff der Fühnen'schen Dragoner zurückgeschlagen wurde. [7]

(unsortierte) Links