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Stand, Statussymbole und Ausstattung

In loser Folge werden hier archäologisch belegbare Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände
den
Rollen auf den Leib geschneidert...

(c)www.bildburg.de
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Es lassen sich vier Stufen der "slawischen Westsiedlung" unterscheiden:
 
1. Die Konsolidierung der eingewanderten Stämme auf Grundlage "militär-demokratischer" Verhältnisse vom 6. bis zur ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts.
2. Der Zerfall der stammesgesellschaftlichen Bindungen und die Entstehung von frühklassengesellschaftliche Strukturen. Die Gemengelage in den permanenten Kriegen mit dem deutschen Frühfeudalismus von der Mitte des 9. bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts bildet ein Spannungsfeld innerer und äußerer Machtverschiebungen.
3. Festigung feudaler Zustände auf dem Land, Entstehung frühstädtischer Siedlungen und frühfeudaler Staaten vom Anfang des 11. Jhs. bis etwa 1150.
4. Feudale Staatenbildung in Zusammenhang mit der deutschen Ostexpansion und Kolonisation - die slawischen Länder werden, da nicht als gemeinsam handelnd in die vollausgebildete Feudalgesellschaft des deutschen Reiches einbezogen. [29]
 
Im 9./10. Jh. besteht die slawische Gesellschaft aus folgenden Schichten:
 
1. Unfreie, Sklaven und Gefangene die zum Teil auf Eigenwirtschaften, besonders von Fürsten in den Ausbaugebieten, angesiedelt wurden.
2. Bauern, die aus der Stammesgesellschaft hervorgingen. Einen beachtlichen Anteil hatten wahrscheinlich noch die nicht im Abhängigkeitsverhältnis stehenden Bauern.
3. Vorsteher oder Dorfälteste, Reiterkrieger und andere Dienstleute mit gehobener Funktion.
4. Burggesessener höherer Adel, der über Land und Leute, Bauern, Dienstmannen und Krieger herrschte. Neben Eigenwirtschaft in Höfen, die wohl von Unfreien betrieben wurden, zog er Abgaben von Bauern, Handwerkern und anderen Bevölkerungsgruppen ein.
5. Der hohe Adel an der Spitze der Stämme und Stammesverbände.
6. Handwerker, Dienstleute und Kaufleute in entstehenden Suburbien. [30]
 


Slawische Bekleidung
 
...Die Spindel bestand aus hölzerner Spindelstange und Spinnwirtel. Den Spinnwirtel formte man vorwiegend aus Ton...
Zu Leinwand oder Stoff verwebte die Hausfrau das Garn. Allem Anschein nach benutzten sie dazu den Horizontalwebstuhl, wie er beispielsweise in Opole und anderen polnischen Fundplätzen nachgewiesen ist....Üblicherweise scheint man sich auf die Herstellung von Leinen- und Kõrperbindungen beschränkt zu haben. Es fällt auf, daß die Textilien in der Siedlung von Dessau-Mosigkau (6./7. Jh.) - soweit sich das nachweisen läßt - alle Leinenbindung hatten...
Vollständige Kleidung ist nicht erhalten, und die wenigen figürlichen Darstellungen vermitteln nur eine ungefähre Vorstellung von ihrem Aussehen.
Die männliche Kleidung bestand aus dem leinernen Unterhemd, der Unterhose und dem darübergezogenen Kittel, den ein Gürtel zusammenhielt. Im Winter legte man darüber - je nach Vermögen - einen Pelz. Die Frau trug über dem leinernen Hemd und dem Unterkleid daß eigentliche Kleid, in der Regel  ebenfalls mit einem Gürtel. Der Gürtel könnte gleichzeitig eine Art Standesabzeichen werden. Bronzene oder silberne Schnallen verschiedener Form hielten die Gürtel von Mann und Frau zusammen....Seit dem 8./9. Jh. ersetzen hin und wieder ... Gürtelhaken aus Eisen, Bronze oder Silber die Schnallen...
Am Gürtel konnten Messer, Feuerstahl, Geldbeutel, Schlüssel, beim Krieger auch Schwert oder Hiebmesser, Streitaxt, Köcher, Feuerstähle, Griffel und andere Utensilien befestigt werden...
Die Fußbekleidung bestand aus Lederschuhen, die aus einem Stück Leder zugeschnitten und vernäht waren. Die Sohle war oftmals weich , ohne besondere Verstärkung. Bänder verschnürten den Schuh über dem Spann und befestigte ihn oberhalb des Knöchels....
Auf dem Kopf trug der Mann eine spitze Mütze aus Pelz, Filz oder Stoff. Diese Mützenform war im frühen Mittelalter weit verbreitet. Im Orient galt sie auch als "bulgarische Mütze". Die Bildsteine von Arkona und Bergen zeigen diesen Mützentyp, ebenso die kleine Figur von Schwedt. Außerdem scheint eine flache Kappe aus Filz oder Stoff getragen worden zu sein, wie sie bei den Figuren von Merseburg und Altfriesack sich andeutet. [31]

Szczecin. Shoe type I: single-pieve
shoe. Drawing K. Kowalski. [37]

Typologische Systematik der Keramik im "Nordgebiet" 
 (Nach Brather: Archäologie der westlichen Slawen)
 
Traditioniell werden unter typologischem Aspekt bis zu vier "Stufen" der Keramikentwicklung unterschieden: im Süden "Vorburgwallzeit" (Einwanderungsphase) sowie ältere (7.-8. Jahrhundert), mittlere (9.-10. Jahrhundert) und jüngere "Burgwallzeit" (11.-12. Jahrhundert).
Im Norden scheint die weitgehend parallele Unterteilung in früh-, mittel- und spätslawische Zeit zunächst nur dreiphasig zu sein. Doch innerhalb des frühslawischen Horizonts werden neben der unverzierten Ware noch die teilweise nachgedrehten und verzierten Gefäße der Feldberger Keramik geführt und insofern ebenfalls vier "Phasen" unterschieden. In chronologischer Hinsicht kann jedoch nur von einer Zweiteilung ausgegangen werden. Die älteren Typen wurden - vielleicht von einer kurzen Zeitspanne während der "Einwanderungszeit" abgesehen - weitgehend gleichzeitig hergestellt und gebraucht...
 
unverzierte Ware, schwach verzierte Ware, Typ A entspricht zeitlich dem Sukow-Typ in Mecklenburg - Prachtkeramik, Wulstrandtöpfe, Typ B der des Feldberg-Typs.
 
Beiden frühslawischen Typen folgt chronologisch Kammstrichware, Typ C (Menkendorf, Groß Raden)
 
Der in der frühslawischen Phase "selbstversorgend" gebrannten Tonware entsprechen auch die "für den Hausgebrauch" hergestellten einteiligen Lederschuhe. Beide wird in der Landnahmephase ohne Handwerker und Handel auf dem eigenen Hof gefertigt. Erst mit den anschließend entstehenden lokalen und regionalen Herrschaftsstrukturen bilden sich im Umfeld der Burgen Handwerk und Handel - zumindest was höherwertige Ton- und Ledergegenstände betrifft - heraus.
 

Sukower Gruppe

Hier Beispiele für die Formen der Sukower Gruppe (teilweise mit einfacher Verzierung)
 
 
 
Hochwertige Repliken bekommt Ihr unter anderem hier http://web.mac.com/urkeramik/urkeramik.de/Slavisches.html Gerade bei den wohl ohne Töpferschebe für den Hausgebrauch hergestellten Gefäßen ohen Verzierung bietet es sich an, diese selbst in Angriff zu nehmen. Achtet auf die Grundform mir dem leicht verdickten Rand oben...

Stoffmuster

Was will ich?

  • Will ich eine Replik, ein plausibles Imitat oder ist mir die Authentizität gleichgültig?
  • Welche Anforderungen habe ich an Stoff, Schnitt und Verarbeitung?
  • Wo liegt mein Kostenlimit?
  • Anhand welcher Kriterien wähle ich den Lieferanten/Anbieter?

Weiterführende Links

Holzfunde aus Groß Raden

  • Holzpokal
  • Hirsestampfe
  • Ölpresse
  • Stößel
  • Egge
  • Schalen
  • Kellen
  • Tröge
  • Töpfe
  • Teller
  • Schlittenreste
  • Wagenteile
  • Keulen
  • Handstöcke
  • Löffel aus Obstbaumholz
  • Hölzerner Schildbuckel

Metallfunde aus Groß Raden

  • Messer
  • Sicheln
  • Meißel
  • Dorne
  • Nägel
  • Äxte
  • Fischspeere
  • Pfrieme
  • Stechbeitel
  • Hufeisen
  • Ketten
  • Schlüssel
  • Scheren
  • Eisenteller
  • Eisenplatten
  • Säge
  • Trensen
  • Pfeil- und Lanzenspitzen
Aus dem Katalog zu den Grabungsergebnissen von Groß Strömkendorf (Reric)
 
  • Importkeramik (Kugelbodengefäß, Muschelgruskeramik, Badorfer Keramik,Schwarzgraue Drehscheibenware)
  • Schmuck (Funde aus Glas, Perlen, Kristallkugel, Bernsteinfunde)
  • Gebrauchsgegenstände (Riemenzunge, Ringfibel, Fibelbruchstück, Bronzene Nadeln, Messerscheidenbeschlag, Münze)
  • Geweihfunde (Kammdeckplatten, Geweihpfeilspitze,Keramikstempel
  • Steingegenstände /unde Schleifscheiben, Wetzsteine, Schleifplatten, Probiersteine, Mühlsteine, Ovale Steine)
  • Gegenstände aus Eisen (Nägel, Niete und Nietplatten, Ringe, Schnallen, Trense, Messer, Nadeln, Pfeilspitze, Eisenschlacke)
  • Knochenobjekte (Spielsteine, Knochennadeln, Nadelbüchse, Knochenringe, Geweihstöpsel, Pfrieme, Schlittknochen)
  • Gußformbruchstücke und Barrenbruchstück
  • Webgewichte, Spinnwirtel
  • Holzgeräte
  • Getreide, Früchte
  • Sonstige Funde
  • Tierknochen
 
Details zu den einzelnen Kategorien
- meist frühslawischer Zeitstellung -
folgen.
 
 
  
 

Vorläufige Sammlung der mir vorliegenden Literatur zu slawischen Funden/Fundzusammenhängen. Unter Darstellungen habe ich auch Werke gestellt, welche sich mit der slawischen Siedlungsgeschichte befassen. Die Auflistung wird kontinuierlich ergänzt werden und umfaßt "nur" die Literatur, welche sich in meinem Besitz befindet - die einzelnen Darstellungen können auch eingesehen/ausgeliehen werden. Eine optische Aufarbeitung der Darstellung erfolgt nach abgeschlossener Eingabe. Ziel ist eine Auflistung von Abbildungen aus der wissenschaftlichen Literatur, welche beim  Zusammenstellen eine früh-, mittel- oder spätslawischen Ausstattung für die entsprechende Rolle dienlich sein können.

Kataloge

Mit einem Aufsatz über frühmittelalterlichen Metallschmuck und frühmittelalterlichem Glasschmuck sowie 445 Farbfotos im Katalogteil drängt sich diese Darstellung slawischen Schmucks des 7. bis 13. Jhs. geradezu als Vorlage für eine entsprechende Ausstattung auf. Behandelt werden Schläfenringe, Ohrringe, Perlen, Anhänger, Halsringe, Fingeringe, Armringe, Fibeln, Gürtelschließen aus Metall (12 Fotos), sowie Armringe, Ringe, Fingeringe und Perlen aus Glas (22 Farbfotos). Auf den ersten Blick erschlägt die Fülle des Materials, beim weiteren Blättern ein Genuß beim Betrachten der vielen Feinheiten.

Darstellungen

Aufsätze

Einzelabbildungen

  • Holzgeschirr aus der Drechslerwerkstatt am Burgwall Alt-Lübeck (spätslawisch) in Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern Band 10, S. 117.
  • Western Slav rebel, second half 10th C. (In Men-at-Arms 150, The Age of Charlemagne, Tafel H)
  • Western Slav tribesman, 800-850. (In Men-at-Arms 150, The Age of Charlemagne, Tafel C)



Die zeitliche Einordnung ist entnommen aus Haithabu, Fernhandelszentrum zwischen den Welten [27]

Eigenthum und Fahrhabe