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Treffen des Wissens...

"Witan/Witenagemot" heißt das angelsächsische, meist jährlich durch die earls/jarls einberufene "Treffen der Weisen" zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert. Im Gegensatz zum "folcgemot", welches sich aus der germanischen Volks- und Gerichtsverhandlung - dem Thing - entwickelte, bezeichnet der Begriff im Mittelalter sowohl das Treffen als auch die Weisen, - wohl eher Herrschenden- selbst.

In der Konkurrenz beider Versammlungen scheint sich der Kampf um feudale (Graf) oder "volksadelige" (Overbode) Herrschaft widerzuspiegeln. So soll am großen Opferstein in Hamburg-Sasel Gericht für den Gau Stormarn gehalten worden sein, bevor dieses nach Hamburg verlegt wurde.

Wir werden hier alles Wissen versammeln, dessen wir habhaft werden können und bauen Eure Hinweise und Ergänzungen mit ein.

Germanische Ratsversammlung

Relief der Marc-Aurel-Säule zu Rom (2.Jh.)

 
Die Erwähnung der Saxones durch Ptolemäus ist mit Vorsicht zu genießen. Die Forschung geht heute davon aus, daß im Urtext wahrscheinlich ABIONEC (gelesen: Aviones) stand. Das entspräche den bei Tacitus genannten Avionen ![26]

Völkerwanderungszeit

In der "Germania" des Tacitus, verfaßt 98 n. Chr., werden Reudigni, Aciones, Varini, Eudoes, Suardones und Nuithones, als dem Nerthus-Kult angehöriger "Verband" genannt. Die Reudigner werden als Rodeleute in der Forschung meist mit den Holsten, den Holzaten gleichgesetzt, welche einen Gau der nordelbischen Sachsen bildeten, die Eudosen den Jüten, damals wohl in Südjütland, die Varini den Warnen im westlichen Mecklenburg.
Nahe der südlichen Cimbrischen Halbinsel war im Raum der unteren Elbe der Stamm der Langobarden ansässig, die im 5. Jahrhundert nach Böhmen und Mähren ziehen, mit Resten jedoch im Bardengau um Bardowick als Teil des Sachsenstammes bis ins Hochmittelalter faßbar bleiben, wenn auch die simple Namensübetragung Barden - Bardowick nicht greift. [1]
Ptolemaios erwähnt die Langobarden als Nachbarn der Brukterer und Tenkterer - die sonst nirgends erwähnten Lakkobardi als Nachbarn der Anrivarier. Möglicherweise sind damit die eigentlichen Langobarden gemeint, die vorwiegend südlich, wahrscheinlich aber auch nördlich der Elbe siedelten.[2] Die Myrginge könnten die Langobarden/Hadubarden des 6. Jahrhunderts sein. Archäologische Funde aus Hammoor und Klein-Wesenberg passen in dieses Bild. [3]
Der Flußname Maurine im heutigen Landkreis Nordwestmecklenburg weist auf jenes "Mauringia" hin, welches die Langobarden im Laufe ihrer sagenhaften Wanderung aus Skoringa (Schonen?) zeitweise in Besitz nahmen, um es in Richtung "Goleida" wieder zu verlassen. [17]

Wahrscheinlich bezieht sich die immer wiederkehrende sagenhafte Nord-Süd-Bewegung germanischer und sächsischer Stämme nur auf die Auswanderung kriegerisch-männlich orientierter Gruppen, welche bei Erfolg regionale Strukturen übrtformten. Ein Ausbluten weiter Landesteile, wie es zum Beispiel für Angeln postuliert wird, erscheint im Licht der Ortsnamenforschung nicht mehr plausibel. [18]
Der Oberbegriff Sachsen ist möglicherweise, ähnlich dem der Germanen, eine von außen eingebrachte Benennung, welche der komplexen und variablen Zusammensetzung der Benannten nur bedingt gerecht werden kann. [19]


Die slawische Landnahme Richtung Ostsee beginnt erst zwischen dem ersten Viertel und dem Ende des 6. Jahrhunderts [20]

Aus dem Kudrun-Lied

Ein Held war aufgewachsen dort im Dänenland,
und zwar in der Grenzmark Stürmen, wie es allgemein bekannt.

Der Herrscher in Dänemark war der Sohn von Wates Schwester,
der tüchtige Horant.

Hetel selbst, der mächtige, lebte in Hegelingen,
in der Nähe von Nordland,

Er herrschte auch in Friesland über Land und Meer.
Dietmers und Waleis waren auch in seiner Macht.
Hetel der König, sagte: "Also will ich gleich
senden hin nach Stürmen; ich bin mir dessen gewiß,
Wate reitet gerne, wohin ich es gebiete.
Laßt mir auch Irolt kommen aus Friesland mit seinen Leuten.

Die Boten ritten eilig in die Mark nach Stürmen,
wo man den kühnen Wate bei seinen Leuten antraf.
...
Wate nahm nun Abschied und ritt nach Stürmenland.


Ist die Grenzmark Stürmen der Namensgeber unseres heutigen Stormarns? Und Wate der erste bekannte Stormarner ?[15]
Auch dem Kudrun-Lied liegt wie allen deutschen Heldenliedern und Epen eine Heldensage in verschiedenen Überformungen zugrunde. Die Zuordnung einer Vorstufe der überlieferten Kudrun in das Gebiet von Rheinmündung und Nordseeküste, würde inhaltlichen und sprachlichen Besonderheiten und auch seiner Sagengeschichte gerecht.
Wenn die Übereinstimmung mit Widsith-Angaben zutrifft, kann die mhd. Kudrun-Dichtung mit ihren Vorstufen der Hilde-Sage auf eine fast tausenjährige Überlieferungsgeschichte zurückblicken und wäre die älteste Heldensage, welche auf deutschem Boden ausgeformt worden ist. [16]
Hithinsoe (Hiddensee) als einer der ursprünglichen Kampfplätze im Rug -Irland (Rügen) weist sogar in die frühe Völkerwanderungszeit.

Aus dem "Widsith-Lied"

Offa waltete über die Angeln,
Alewich über die Dänen:
der war unter jenen Männern
der mutigste von allen;
doch keineswegs hat er
Offa an Adel überragt.
Und Offa erkämpfte,
der erste der Männer,
als Jüngling noch,
das große Königreich.
Kein Gleichaltriger zeigte
mehr Heldenart
im Kampfe; mit einem Schwerte
die Grenze zog er gegen die Myrginge
am Fifeldor; es hielten sie seitdem
Angeln und Schwaben wie sie
Offa erkämpfte. [4]
Offa weold Ongle, Alewih Denum;
se wæs þara manna modgast ealra,
no hwæþre he ofer Offan eorlscype fremede,
ac Offa geslog ærest monna,
cnihtwesende, cynerica mæst.

Nænig efeneald him eorlscipe maran
on orette. Ane sweorde
merce gemærde wið Myrgingum
bi Fifeldore; heoldon forð siþþan
Engle ond Swæfe, swa hit Offa geslog. [5]

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