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"In den alten Zeiten haben die Angelsachsen ... ihre Monate vom Lauf des Mondes abgeleitet.In Analogie zu den Gepflogenheiten der Griechen und Römer, erhielten [die Monate] ihren Namen vom Mond, denn Mond heißt mona und der Monat monath.
 
Wann immer ein gemeines Jahr war, gab sie drei Mondmonate zu jeder Jahreszeit.  Wenn jedoch ein Schaltjahr (das heißt, ein Jahr von 13 Mondmonaten) war, wiesen  sie den zusätzlichen Monat dem Sommer zu, so daß insgesamt drei Monate den Namen Litha trugen. Aus diesem Grunde nannten sie, diese Schalt-Jahre Thrilithi.
So hatte ein solches Schaltjahr vier Sommermonate, bei den üblichen drei Monaten für die anderen drei Jahreszeiten. Aber ursprünglich, teilten sie jedoch das Jahr als Ganzes in zwei Jahreszeiten, Sommer und Winter. Die sechs Monate, in denen die Tage länger sind als die Nächte ordneten sie dem Sommer zu, und die anderen sechs [in denen die Nächte länger sind als die Tage] dem Winter.
Daher nannten sie den Monat, in dem die Winterzeit begann Winterfilleth, ein Name der sich aus Winter- und Vollmond zusammensetzt, da der Winter mit dem Vollmond dieses Monats begann..." [1]
 

 
Die angelsächsischen Monatsbeschreibungen des Mönches Beda (672-735), kombiniert mit überliefertem "Aberglaube" zeigt recht deutlich die Bindung der Rituale an das Werden und Vergehen der Natur und damit für die den Menschen (über)lebensnotwendiger Bezugspunkte...
Die Monate der Germanen werden am Neumond begonnen haben; die zum Monad gehörenden Feste fallen wahrscheinlich auf den jeweiligen Vollmond. Wie weit das mit dem heutigen Frühling beginnende zweitgeteilte Sonnenjahr schon Schaltmonate kannte, weiß ich noch nicht - möglicherweise dienten die Rauhnächte nach der Wintersonnenwende dem Ausgleich?
Die keltische - auf den Sternenhimmel und den Mondzyklus ausgerichtete- Grabanlage bei Villingen-Schwenningen [30] findet mit Ihren zwei Stangenreihen zur Bestimmung der Mondwenden ihre Entsprechung in den bronzezeitlichen Pfostenreihen Norddeutschlands. [31]
 

Den oberflächlichen Umgang mit den "alten Festen" dergestalt, daß sie zwecks einfacherer Konsumierbarkeit in unserem modernen Kalender als Datum festgeklopft werden, halte ich für sinnlos. Dies wird dem ursprünglichen Sinn nicht gerecht und hindert bei der Suche nach den Wurzeln unserer Überlieferungen mehr, denn es nutzt. Gerade die sinnliche Wahrnehmung der jahreszeitlich bedingten Veränderungen unserer Umgebung braucht die Aufmerksamkeit unserer Sinne und nicht die Plandaten eines Organizers!
Schon 153 v. Chr. wurde bei den Römern der Jahresbeginn nicht mehr am 1. März sondern am 1. Januar gefeiert. Wahrscheinlich ist in vielen Ackernbaukulturen die Zeit um den Frühlingsbeginn der sinnvollere Beginn des Jahres. Nord-Süd-Verschiebungen lassen sich möglicherweise aus dem im Süden früher beginnenden Vegetationsrhythmus ableiten. Für den norddeutschen Raum scheinen das Osterfest das eigentliche Frühlingsfest - im eostara monath - zu sein
 

ma-nuth*/ma-noth,ne. month; lat. mensis; germ *menoth; idg. *menot,vgl. idg. *me- (messen)[9]

"Feste bildeten früher viel mehr als heute angenehme Ausnahmen vom harten Alltag. Im Mittelalter soll es noch so viel Feiertage gegeben haben wie in unserer Zeit Wochenenden und Urlaub zusammen ausmachen. Dies hatte sich vor hundert Jahren schon geändert, als der Konkurrenzkampf in der Landwirtschaft zunahm und zunehmend gewinnorientierte Großbetriebe entstanden.

Gelegentliche Feste versüßten nicht nur die tägliche schwere Arbeit, sondern boten auch vorübergehendes Vergessen von vielfältigen Problemen und Konflikten in der Hausgemeinschaft und der Nachbarschaft. Wo Blutsverwandte und Knechte und Mägde eng zusammenlebten und niemand einen persönlichen Rückzugsraum besaß, enstand viel Streit. Noch mehr Streit gab es in der Nachbarschaft, die zwar gegenseitiges Geben und Nehmen bedeutete, bei der aber jeder Beteiligte auf seinen Vorteil achtete. Mit der Flucht aus der Realität des Alltags läßt sich auch das übermäßige Trinken erklären, das zu fast jedem Fest gehörte. Alkohol war, eben früher wie heute, ein leicht zu erlanmgendes Rauschmittel.

Das Jahr gliederte sich in der alten Zeit durch die Abfolge der Jahreszeiten, von denen zuerst nur Sommer und Winter unterschieden wurden. Der Wechsel der Witterung brachte jedes Jahr dieselben notwendigen Arbeiten mit sich wie Aussaat, Ernte, Dreschen..." [11]

 

"Befolgst du an den Kalenden des Januar den heidnischen Brauch, wie es viele kurz vor oder nach dem Neuen Jahr tun, daß Du entweder an deinem Tisch mittels Steinen oder Speisen, die zu dieser Zeit in deinem Haus vorbereitest, oder daß Du mit Sängern oder Chören über Plätze und Gassen ziehst oder in deinem gedeckten Haus sitzt, mit deinem Schwert (durch einen Kreis) umzeichnet, damit du da siehst und erfährst, was dir im folgenden Jahr die Zukunft bringt?" [32]

(Der mit einem Erbkesselhaken gezogenen Kreis wird in Siek noch 1639 zur Abwehr der Pest gezogen [33])

 

Jetzt ist der längste Tag des Jahres und die kürzeste Nacht des Sonnenumlaufs.
 
"Der Johannistag ist überhaupt für den Landmann sehr bedeutungsvoll, und namentlich ist's der Abend, der ihm große Sorge macht. Am Johannisabende treiben die Hexen vorzugsweise ihr Wesen, wie am Christabende. Daher die schützenden Kreuze ... ferner versäumt es der Landmann nicht, an demselben Abende Bilsenkraut, Kletten, Beifuß, Baldrian, Coriander oder Dill unter das Dach oder die Pfosten des Stalles zu stecken, den Kühen Kerbel oder Kalmus zu geben und ihre Hörner und Euter mit Fenchel zu bestreichen. Auch pflegen in jeder guten Wirthschaft noch vor dem ersten Pfingstfeiertage her drei große Aeste Laub über dem Eingang des Stalles zu stecken, und bilden diese die vortrefflichsten Wächter. Die eintretende Hexe muß nämlich sämmtliche Blätter an den Aesten zählen, und oft ereilt sie die abrufende Mitternachtstunde, ehe sie dieses Werk vollbracht hat.
Wichig ist es, sich die sogenannten Johanniskräuter zu verschaffen. Diese müssen jedoch den 23. Juni gesammelt worden sein, wenn sie wirken sollen. Als solche gelten dem Volke: die Ragwurzarten, Die Orchisarten (Bullenbeutel und Kuheuter genannt), Wiesenknöterich, Baldiran, Hahnenfuß ...
Sieben, neun oder dreizehn solcher Kräuter nimmt man zusammen, streicht damit den Rücken jeder Kuh in's Kreuz und giebt ihr eine Hand voll ein; dann hat die Hexe keine Macht, die Milch zu benehmen." [4]
 
 
 
  • Johannisfeuer mit Opfergaben (Pferdeköpfe, Knochen, lebende Hähne)
  • Eichenfest, Sonnenwende, Metmond, Liebesmond, Honigmond...
  • Elfen an Hollerbüschen
  • Kornmuhme
  • Herdfeuer neu anzünden
  • Die Asche des Johannisfeuers hat befruchtende, segnende, schützende Kraft
  • Tanzreigen
  • paarweises Feuerspringen
  • Wer springt, muß zum Feuerholz beigetragen haben
  • Strohräder ins Tal rollen lassen (In Klein >Wesenberg vom Grabhügel)
  • bon(e)fire = Knochenfeuer
  • Johannisbad
  • Brunnenreinigung
  • Freyr und Freyja
  • Beifußgürtel - Mit diesem Sonnenwendgürtel durch's Feuer springen um  ihn anschließend, samt Krankheiten, darin zu verbrennen
  • Tag der Heilkräfte
  • Holunderküchlein backen - an diesem Tag gesammelte Blütendolde des Holunder in Pfannkuchenteig ausbacken
  • Holdertag
  • Johanniskäfer, johannisbrot
  • Johannishändchen - fingerförmig gestaltete Orchideenwurzeln als Amulett
  • Johannisbeeren sind reif
  • Johannisweiblein sind kräuterkundige Frauen
  • Johannis tut dem Winter wieder die Türe auf
  • Schätze heben,weil die Berge sich öffnen
  • Verwunschene Jungfrauen
  • Kinder durch einen vom Blitz gespaltenen Baum ziehen
  • Blumenkranz mit neunerlei Blumen
  • Am Johannisabend sollten die Stengel der Fetthenne paarweise in ein altes Gemäuer gesteckt werden. Wuchsen die Stengel (Frier un Brut) an, konnte mit einer Verlobung gerechnet werden. [22]
  • Wurzeln des Knabenkrauts, an Johannis gekauft, sollten stets für eine gefüllte Brieftasche sorgen [23]
  • Heiltänze / Veitstanz [28]
  • Die handförmigen Wurzeln der Orchidee - Herrgottshand genannt - wurden als Ersatz für die Alraune verwendet. So wie die frischen Wurzeln Glück brachten, versprachen die vertrockneten vorjährigen Wurzeln Unglück. Sie wurden als Düwelsklaun oder Düwelshand bezeichnet..[23] 
  • Am Johannistag in der Mittagsstunde wird Johannisblut (purpurroter Saft im Wurzelwerk) gesammelt.[13]
  • Hochzeit-stag von Sonne und Mond
  • Milch und Honigopfer zur Besänftigung der Feen
  • Tau hat Zauberkraft
  • Selbstgebrauten (?) Met trinken
  • Blumen unters Kopfkissen legen
  • Schweigend sieben verschiedene Kräuter pflücken
  • Mit Kräutern gefüllte und mit einem roten Band verschlossene Säckchen verbrennen (mit den verbundenen Sorgen und Problemen)
  • "Wakendorfer, Götzeberger, Ultzeborger und Kattendörfer, daß sie in St. Johannis nacht das nothfeuer gezogen..." [34]
  • Artikel in der Lauenburger Kirchenverordnung 1585 gegen das Entzünden des Nortfeuers [34]

Die alte Wiebke Thams in Lägerdorf, Herrschaft Breitenburg, erzählte: Vorzeiten wären da bei dem Dorfe die Hexen in der Johannisnacht auf freiem Felde verbrannt. Das wäre nun freilich nicht eigentlich geschehen, sondern auf diese Weise. Auf einer Koppel machte man ein großes Feuer an; darüber hängte man an einem Querbaum zwischen zwei großen Seitenpfählen einen Braukessel mit Bier auf. Daraus schöpfte man mit Bierkannen und trank das warme Bier. Alt und Jung, das ganze Dorf nahm an diesem Feste teil. Dann und wann ging eine gewisse Frau etwas vom Feuer weg und rief: »Kummt her jü ole Hexen 'rint Füer!« Und das hätte man das Verbrennen der Hexen genannt.

Nach mündlichen und schriftlichen Mitteilungen. Hexenprozeßakten in Mskr.; gedruckt in (Niemann) Blätter für Polizei und Kultur 1799, I, 64. Provinzialberichte 1812, 303 1817, 174. Staatsbürgerl. Magazin IV, 475. VI, 703. VII, 745. X, 608. 1004. Schlesw.-Holst. Anzeigen 1841, Nr. 32 ff.


Bei den Germanen soll zu Litha das Thing stattgefunden haben!

Telgte 2003

Christliches Weihnachten entspricht dem Julfest?

Frau Holle als Pfefferkuchen

Mitnichten, es wäre auch zu einfach gewesen - die christliche Missionierung hätte einfach das heidnische Julfest übernommen - als heidnische Überreste rekonstruieren und die Alternative zum verweltlichten Weihnachtsfest läge auf dem Präsentierteller!

Dem ist nicht so! Verschiedene Mechanismen, wie die frühe Chrsitianisierung des südlichen Europa haben dort alte Namen in christlicher Tradition überliefert, in Nordeuropa hingegen, haben sich wohl germanische Kulte länger gehalten, jedoch spätestens durch die Reformation anders als woanders verformt. Zudem scheint im Süden die Tradition weiblicher Gottheiten deutlicher durch als im Norden - oder hat das auch mit der Reformation und der Degradierung des Marienkultes zu tun?

Das Jul- oder Jolfest wurde zur Mittwinternacht, möglicherweise zur Zeit des Vollmonds nach der Wintersonnenwende durch Opfer zu Ehren Jölnirs (einer der vielen Namen für Odin) gefeiert. Der Chronist Beda berichtet, daß im England des 8. Jahrhunderts das Neue Jahr am 25. Dezember begann und die Nacht, der zu beobachtenden Bräuche wegen, als "Nacht der Mütter" bezeichnet wurde.

Die heute noch im Christentum bekannten zwölf Rauhnächte, die sich dem 25. Dezember anschließen, sollen schon bei den Germanen bekannt gewesen sein. Auch Wodans alljährliche Wilde Jagd, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin und Freya/Frigg über das Land ziehen hat hier ihre Wurzeln. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle, welche deutliche Bezüge zur germansichen Totengöttin Hel hat. In Stormarn und Umgebung war sie als Frau Herke/Harke/Herta bekannt.

Rituale?

Wotan, 7. Jh.

Die Formulierung „Jultrinken“ deutet darauf hin, dass das Trinken ein wesentlicher Bestandteil des Julfestes war. Man kann auf jeden Fall von Freyr-Riten zur Julzeit ausgehen. Die Gelübde, die man mit der Hand auf einen Eber ablegte, der später dann Freyr geopfert wurde, scheinen ein vorchristliches Element zu sein.
Aus vorchristlicher Zeit soll neben dem beschriebenen Jultrinken auch der Julbock stammen, ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen.
Auch soll auf dem Jultisch in der Nacht ein Jullicht und draußen ein großes Julfeuer brennen.
Von Anhöhen werden brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, ins Tal gerollt, ein Brauch, der für Klein-Wesenberg noch belegt ist.

Die Gestalt des Knechten Ruprecht

Sämtliche Personen, die den Nikolaus begleiten,, während der Nikolaus im Brauch eine eindeutig positiv besetzte Rolle spielt.
"
Heut kommt der Klas, morgen die Buzebercht", eine vermummte, in schwarze Lumpen gehüllte, mit geschwärztem Gesicht auftretense Frauensperson.
Vom Knecht Ruprecht zur Butzenbercht ist es nicht weit, beide entstammen der Gattung der Perchten. Der Kinderfresser, oftmals auch in Begleitung einer sog. Butzenbercht, drohte den unfrommen Kindern in grausamen Versen, sie mitzunehmen, oder gar aufzufressen. Wie Knecht Ruprecht trugen beide Figuren, der Kinderfresser und die Butzenbercht einen großen Sack oder Korb, worin sie die Kinder zu stecken versuchten. In Holstein wurde teilweise der "Roppert" gefürchtet.

Der Gegensatz von Gut (christlich) und Böse (heidnisch) spiegelt sich auch in der Kostümierung des Gaben oder Strafen bringenden Paares: Der weiße, später rote Mantel des Nikolaus/Weihnachts- mannes und die schwarze Vermummung seines Knechts.


Jacob Grimm meinte, dass Ruprecht auf das althochdeutsche hruodperaht = Ruhmglänzender und damit in die Nähe des germanischen Gottes Wotan verwies oder dass er Diener (Knecht) der Göttin Holle war. Die Herleitung aus rûhperht = rauhe Percht beinhaltet eine Verbindung zu winterlichen Umzugsgestalten.


Ach ja, wer weiß heute noch das, ähnlich wie Magd = Mädchen - Knecht = junger Mann bedeutet, ein Hinweis auf mögliche Anteile von Fruchtbarkeitsriten der "jungen, wilden, männlichen Lichtgestalt".


In neuerer Zeit wurde die Furcht einflößende Gestalt des Knechts Ruprecht wohl mit Rücksicht auf die zarte Seele der Kinder immer weiter gemildert, bis heutzutage die Konturen des rekigiösen Konfliktes nur noch arg verschwommen durchscheinen.


König Hakon der Gute verlegte im 10. Jahrhundert das Julfest, welches wohl eher ein sozial wichtiges Gelage war in die christliche Weihnachtszeit.
Bescherungen und Bräuche, wie Vermummung und Verschenken, welche mit dem Nikolaustag oder Silverster zu tun hatten, gingen im Laufe der Zeit auf Weihnachten über. Ursprünglich brachte Frau Holle am Neujahrsabend die Geschenke - in katholischen Familien fand die Kinderbescherung weiterhin lange Zeit am Nikolaustag statt. Das Berchten- oder Perchtenlaufen fand noch lange zwischen Weihnachten und Dreikönigstag (6.1.), dem Perchtentag, statt. In einigen Gegenden Deutschlands fährt am 21.12., der Thomasnacht, der heilige Thomas fährt in einem feurigen Wagen mit Hilfe der Toten um. In den orthodoxen Kirchen steht der 6. Januar und nicht der 24./25. Dezember - Die Erscheinung Gottes - im Mittelpunkt der Festlichkeiten!

Das Julfest, als soziales "Gelage" mit seinen heidnischen Wurzeln wurde in die christlichen Weihnachtsfeiertage verlegt, wahrscheinlich um sowohl Form als auch Inhalt leichter überformen zu können. Beide entstammen unterschiedlichen Intentionen, sind nicht einfach 1:1 austauschbar und deshalb statt in Konkurrenz eher als gegenseitige Ergänzung zu bewerten.

Ich sammle noch...
 
  • Knecht Rauhpercht
  • Die wilde Jagd
  • Der Tod
  • familia herlequin
  • Dämonenkult
  • Die "böse" 13. Fee
  • Die Unglückszahl 13

 

Die zwölf Rauhnächte,(Dreizehn Tage!) die wilden Nächte, gleichen den Unterschied zwischen Sonnenjahr und den zwölf Monden aus. Das ist die Zeit zwischen den Jahren.

"Im jar 1550 hat man das wutteshere zu Mösskirch gehört. Das ist in ainer nacht zu herpstzeiten nach den zehen uhren vorm Banholz mit einer grosen ungestimme über die Ablach uf Minchsgereut gefaren, und als das ain guete weil daselbs umbher terminiert, ist es die Herdtgassen herabkommen und dann neben dem siechenhaus und unser Frawen über die Ablachbrucken, dem bach nach an der stat, die Katzenstaig hinauf, mit aim wunderbarlichen gedöß, lauten geschrai, clingln und aim grosen luft, so das getriben. Es ist nachgends, das sollichs die wächter uf dem thurn und ander in der stat wol hören megen, aber finstere und verre halb gleichwol nichs sehen künden, dem Herdlin zugefarn.."

 
Der dreizehnte Pfennig
 
1508 in der Christnacht haben einige heillose Buben bei Lübeck den dreizehnten Pfennig gezählt. Der eine stand und hütete, daß sie im Zählen nicht verirrt noch verhindert würden; zu dem anderen aber, der da zählte, ist erstlich ein Haufen Mäuse gekommen, aber daran hat er sich nicht gekehrt. Darauf sind große Katzen gekommen, aber er hat sich abermals nicht draran gekehreht, sondern fortgezählt. Zum dritten Mal aber ist ein riesengroßer Landsknecht gekommen; der hat so viel Wort und Wesens gemacht, daß der Zählende im Zählen gefehlt. Alsbald hat ihn der Landsknecht an den Hals gegriffen, daß er tot niedergefallen; den anderen aber hat er an einen kalten Ort hinweggeführt, vo ihm beide Beine vom Leibe gefallen sind. Die haben erfahren, daß der Teufel dem lohnt, wer ihm dient. [24]
 
Burchhard von Worms:
 
"Hast du es  wie gewisse Frauen gemacht, die zu bestimmten Jahreszeiten Folgendes zu tun pflegen:
dass du in deinem Haus einen Tisch bereitest, und zwei Teller, und ein Getränk mit drei Messern auf den Tisch stellst, damit jene drei Schwestern kämen ... und hast du mit göttlicher Verehrung ihre Macht und ihren Namen angewnommen und dich dem Teufel übergeben..." [7]
 

Aus dem Lübecker Beichtspiegel "Das Licht der Seele":

"Hast du Leuten Schaden getan mit teuflischer Kunst?
Hast du Zauberei und Wickerei getrieben mit dem Heiligen Sakrament?
Hast du Leute und Vieh gesegnet auf vielfältige Weise?
Hast du Briefe oder Schriften um den Hals gehängt (als Schutz) vor natürlicher Krankheit?
Hast du Schlangen und Ratten beschworen?
Hast du Wurfspieße gesegnet oder das Blut besprochen oder Wunden gesegnet...?

Zauberei, Wickerei, Segnerei hilft nicht Kranken,
Das Vieh zu segnen mit der Heiligen Schrift ist verboten.
Die Leute zu segnen mit dem Vaterunser ist dagegen zugelassen. Alle andere Segnerei ist verboten...

Hast du geglaubt, die Leute werden zu Werwölfen?
Hast du geglaubt an die guten Holden?
Hast du geglaubt an Zwerge, daß sie Kinder wegtragen?
Hast du ihrer halber Speisen und Trank bereitgestellt, um anderer Zauber halber?
Hast du Milch bezaubert?
Hast du geglaubt, daß die Leute mit Leib und Seele bei Nacht in ferne Länder fahren und werden einander wohlbekannt?
Hast du geglaubt, daß die Leute kommen nachts und drücken andere Leute in Schlaf...?
Hast du deine Hoffnung nicht ganz in Gott den Herrn ... gesetzt ...?

Lieber Bruder, diese Stücke sind schwere Todsünden..." 
[8]

Noch sind es die "Guten Holden", die in den Märchen von Frau Holle weiterleben, doch in der Frühen Neuzeit sind daraus "Un-Holdinnen" geworden. Außerhalb der (evangelischen!!) Kirche darf es keine guten Wesen geben - das hat Folgen!


Göbelki Tepe - eine über 12.000 Jahre alter europäische Kultort vor dem Wechsel von Jagd- zu Bauerngesellschaften.

Schon hier scheinen das Wasser in Steinkreisen und die Pfeiler als Verbindung "nach oben" auf die Befruchtung schlechthin zu deuten. Ob Spiralform und Tiersymbolik helfen können, die Vorstellungswelt der Germanen 10.000 Jahre später zu verstehen, ist offen. Wahrscheinlich jedoch hat hier der "Lauf der Dinge" hier einen wesentlichen Ursprung. Das und die archäologische Erkenntnis, daß Jäger/Sammler und Bauern im nordeuropäischen Raum sich erst viel später als ursprünglich gedacht vermischten, öffnet den Zugang zu Wegen aus unserer "AHNungsLOSigkeit"...


Auf dem Weg aus unserer Ahn-ungs-Los-ich-keit heraus, kann der erste Schritt sein, zu verstehen, aus welchen Wurzeln  Jäger/Sammlergruppen einerseits und bäuerliche Gemeinschaften andererseits ihr Verständnis der jeweiligen natürlichen Umgebung bezogen und für ihr Überleben wichtige Fixpunkte ritualisiert haben.
Nationaler Chauvinismus ist hier (wie überall sonst auch) fehl am Platz und behindert die Suche nach unseren Wurzeln - Ewig Gestrige stehen sich und ihrem vermeintlich Heimatstolz im Wege!
 
 

Schöpfungsmythen

Nicht ohne Grund stieß ich bei der Suche nach einem Sinnbild für die oben beschriebenen Rituale auf dieses Bild. Das Äußern meiner Worte kräuselte meine See-le und schenkte mir eine Ahnung von der Verbundenheit aller Schöpfungsmythen.

Das Blut zu besprechen [36]
 
Des Morgens im Thau'n
Gingen drei Frau'n.
Die eine sucht Blut,
Die andre fand Blut,
Die dritte sagt: steh' still, Blut!
 
Es gingen drei heilige Frau'n
Des Morgens früh im Thau'n.
Die eine hieß Aloe,
Die zweite hieß Blutvergeh',
Die dritte hieß Blutstillesteh!
 
Man nimmt einen Stein, wo man ihn findet, merkt sich genau die Stelle, wo er gelegen, und spricht:
Jetzt nehme ich den Stein
Und leg ihn dir auf dein Bein
Und drücke ihn auf das Blut,
Daß es sofort stehen thut.
Dreimal. Der Stein wird genbau zurückgelegt, wo und wie er gelegen
 
 

Überlieferungen


In Stormarn hielt sich lange der Brauch, die Plazenten von Stuten für Wotan als Opfergabe, als "Wood" aufzuhängen.(mehr Infos hier) [426 KB]

Mond