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Limeswanderung

"Der Steinhorster Forst, der uns noch wegen seiner verhältnismäßigen Unberührtheit am besten das Bild jenes verschwundenen Urwalds vor Augen zaubern kann, ragt von Südosten her in unser Gebiet hinein. Wir wählen in desshalb als Ausgangspunkt und nehmen an, daß wir unsere Wanderung vom Bahnhof Kastorf an der Ratzeburg-Oldesloer Bahn aus beginnen.
Vom Bahnhof aus wenden wir uns nach links, überschreiten die Bahnlinie und gelangen nun nach Siebenbäumen, gehen an der Kirche vorbei, bis uns ein Wegweiser den Weg links nach Steinhorst zeigt. Nach 15 Minuten haben wir bergauf den Wald erreicht und durchwandern ihn nun bis zur Försterei. Jenseits der Försterei geht rechts ein Weg in den Forst, der uns an den Waldrand führt. Diesem folgen wir etwa 15 Minuten, bis sich der Wald endgültig nach links wendet. Mit der Höhe im Waldwinkel haben wir den Punkt erreicht, auf dem die Limeslinie von Südosten her, von den Wispircon im Duvenseer Moor, auf das Gebiet der Barnitz traf. Wir besteigen die 62m hohe Erhebung, auf der selbst im dem selten dürren Sommer 1934 ein Tümpel mit reichlich Wasser war. Die Landschaft liegt ringsum in schweigsamer Einsamkeit, und ein Hauch jener vergangenen Jahrhunderte weht uns an. Hier mag der kaiserliche Präfekt mit seiner Schar Umschau gehalten haben, den Waldhammer zur Zeichnung der Lackbäume in der Hand. Er war die Trave, den größten Fluß Wagriens, hinaufgefahren, dann in die Beste und nach kurzer Zeit in die Barnitz gelangt. Nun hatte sich seine Schar in den schmalen Zufluß von Osten gewandt, in die Kohbeke (vielleicht Grenzbach). Jetzt stand er mit seinen Begleitern auf dem Hügel, ließ ins Horn stoßen, und, wie er erwartet hatte,kam ihm in einer Entfernung von 1500 m Antwort. Auch dort, nicht weit vom Wehrendsteich, war eine Quelle gefunden worden. Nun arbeitete die Axt, um die künftige Schneise durch den Urwald zu kennzeichnen. Nachdem diese Arbeit getan war, folgten sie vereinigt dem Lauf der Kohbeke. Auch wir müssen die Schwierigkeiten des unbebauten Geländes, wie einst die Schar der Pionierem auf uns nehmen. Nacn dreiviertel Stunden erreichen wir mit der Kohbeke die Barnitz, den Birkenbach. Die Vereinigung der beiden Flüßchen liegt bei der Brennerkathe, einem Gasthaus südlich Groß-Boden. Nun können wir, da die Landschaft zunächst keine besondere Abwechselung bietet, gebahnte Wege gehen, wobei wir uns des Abstandes zwischen einst und jetzt bewußt werden. In einer halben Stunde erreichen wir das Dorf Klein-Boden am Südrand, streifen den schönen Forst Tremsbüttel, den wir in 30 Minuten durchwandert haben. Zur linken rauscht immer noch die Barnitz, einst viel breiter, wie wir noch am Nachbargelände erkennen, jedenfalls damals, wie auch die Kohbeke, mit einem flachen Kahn zu befahren. In 5 Minuten erreichen wir Rethwischhöh und biegen diesseites desselben links in den Fußsteig ein, der nach dem Runddorf Pölitz führt..." [6]
(Die beschriebenen Grenzarbeiten entspringen der Phantasie des Autors - die Einbindung der "Grenze" in das Landschaftsbild scheint hingegen stimmig)

Slawen in Hamburg?

Slawische Scherbe

Auch in Hamburg-Bramfeld zeugen mittelslawische Scherben des beginnenden 9. Jahrhunderts von der Übernahme eines schon Anfang des 5. Jahrhunderts existierenden Gehöfts. Selbst, wenn es sich "nur" um Handelsware handeln sollte, deutet das in dieselbe Richtung - einen kurzfristig starken slawischen Einfluß, welcher zur Übergabe der nordelbischen Sachsengaue an die Obodriten im Jahre 804 durch Karl den Großen paßt. [7]